Kläranlagennachbarschaft 103
                              Schwalm-Eder-Kreis

Home Nach oben

                                 
Allgemein

Wir über uns
Nachbarschaftstage
Bilder
Presseberichte
Geografie
Ausbildungsberufe
KA Leistungsvergl.
Betriebsanalytik
Arbeitssicherheit
Flohmarkt
Außergewöhnliches
Erfahrungsberichte
Links
News
Downloads
Kontakt
 

horizontal rule

 
Was sind Kläranlagennachbarschaften? 

horizontal rule

 

DWA Nachbarschaften sind freiwillige Zusammenschlüsse von Betreibern wasserwirtschaftlicher Anlagen, bzw. von Gewässerunterhaltungspflichtigen. Sie dienen der Förderung des Gewässerschutzes, der Gewässerentwicklung, sowie dem fachgerechten und sicheren Anlagenbetrieb. Ziel der Nachbarschaften ist die berufliche Weiterbildung der Teilnehmer.

In der Kläranlagennachbarschaft des Schwalm-Eder-Kreises sind alle 27 Städte und Gemeinden des Kreises, 3 Abwasserverbände sowie 3 Industriebetriebe mit eigenen Abwasserbehandlungsanlagen vertreten. 

1. Hilfe zur Selbsthilfe 

Kläranlagen und Kanalisationen kosten viel Geld beim Bau und auch im Betrieb. Sie können nur dann ihren vollen Beitrag zum Umwelt- und Gewässerschutz leisten sowie wirtschaftlich arbeiten, wenn motiviertes und qualifiziertes Personal die Anlagen betreut. Bei den hohen Investitionen pro Arbeitsplatz und den beträchtlichen Betriebskosten muss deshalb auf ständige Weiterbildung des Betriebspersonals besonderer Wert gelegt werden. In regelmäßigen Treffen vor Ort werden die Teilnehmer über aktuelle Entwicklungen informiert. Im Mittelpunkt jedes Treffens steht der kollegiale Erfahrungsaustausch. Auch über die Nachbarschaftstage hinaus soll der Kontakt unter den Teilnehmern bestehen und gepflegt werden.

 Bereits 1968 wurden die ersten Kläranlagennachbarschaften in enger Zusammenarbeit mit den kommunalen Spitzenverbänden gegründet, um das Betriebspersonal stetig weiterzubilden. Ungefähr 15 bis 20 benachbarte Kläranlagen bilden jeweils eine solche „Nachbarschaft".

 Gegenwärtig  gibt es bundesweit über 320 Kläranlagennachbarschaften.

Zu ihrer Betreuung und Leitung sind etwa 230 Betreuer eingesetzt. Sie sind Abwassermeister, Ingenieure und Chemiker aus Kommunalverwaltungen und Zweckverbänden sowie Betreibergesellschaften, der staatlichen Wasserwirtschaftsverwaltung, den Kreisverwaltungsbehörden und dem Hochschulbereich.

Die Betreuer werden durch eine/n, aus dem Kreis des Betriebspersonals gewählte/n Obfrau/mann unterstützt.

Das Betriebspersonal wird beraten, auf neue technische und rechtliche Entwicklungen hingewiesen und mit praxisbezogenen Untersuchungs- und Auswertungsverfahren vertraut gemacht. 

2. Was leisten die DWA Kläranlagennachbarschaften? 

Durch die regelmäßige Weiterbildung und den fachlichen Erfahrungsaustausch in den Kläranlagennachbarschaften wird die Qualifikation des Betriebspersonals ständig verbessert. Erhebliche Kosten werden durch ordnungsgemäße und fachgerechte Bedienung der Aggregate und Anlagen eingespart. Betriebsstillstände und Reparaturen durch unsachgerechte Handhabung werden vermieden. Die Kläranlagen in den Nachbarschaften profitieren aufgrund des gegenseitigen Erfahrungsaustausches auch im Bereich der Anlagen- und Maschinenbeschaffung und bei der Energieeinsparung.

 Die wichtigsten Arbeitsergebnisse der DWA-Kläranlagennachbarschaften sind:

 eine nachhaltige Leistungssteigerung der Kläranlagen und zugleich

 - gesenkte Betriebskosten,         

 - Einsparungen bei der Abwasserabgabe und            

 - eine Fülle von Erfahrungen, die bei der Erweiterung der be-

   stehenden Kläranlagen bzw. dem Bau neuer Anlagen berücksichtigt

   werden können   

 - Erkennen der hygienischen Verhaltensregeln wie auch der Vor-

   schriften zur Unfallverhütung, 

 - praktikable Arbeitshilfen, wie zum Beispiel einheitliche Formblätter

   und Arbeitsanleitungen.

Das sind die überzeugenden Gründe, die für die Zusammenarbeit in Nachbarschaften sprechen. 

2.1 Wie arbeiten die Nachbarschaften? 

In Abstimmung mit den Bundesländern werden die Nachbarschaften in den DWA-Landesverbänden organisiert. Ein DWA-Fachausschuss koordiniert die Arbeit bundesweit. 

Zwei- bis viermal im Jahr kommt das Betriebspersonal wechselseitig in seinen Kläranlagen zum Erfahrungsaustausch zusammen und wird unter Anleitung einer erfahrenen Person aus dem Abwasserfach weitergebildet. 

Nachbarschaftstage werden grundsätzlich praxisbezogen auf den Kläranlagen abgehalten und zeitlich so organisiert, dass morgens und abends noch wichtige Arbeiten auf den eigenen Anlagen ausgeführt werden können. Die jeweiligen Betreuer führen kurz in das gewählte Thema ein und leiten die Diskussion, der eine besondere Bedeutung zukommt. Sie vermittelt den Praktikern wertvolle Anregungen und dient dem lebendigen Austausch von Erfahrungen bei unterschiedlichen Betriebsthemen oder auch Betriebsproblemen. Der Wissensstand des Einzelnen wird dabei beträchtlich erweitert. 

Zugleich vertiefen sich die persönlichen Kontakte des Betriebspersonals untereinander oft zu einem Freundschaftsverhältnis, das zu gegenseitiger Beratung und Hilfeleistung führt und bis zum Ausleihen von Gerät und der Unterstützung in Notfällen reicht. 

Die Praxis- und Betriebsbezogenheit steht im Vordergrund der Nachbarschaftsarbeit, die damit alle einschlägigen betrieblichen Fragen erfasst. 

2.2 Weiterbildung 

Die hohen und vielseitigen Anforderungen, denen das Betriebspersonal auf Kläranlagen und in der Kanalisation genügen muss, sind bekannt. Es soll nicht nur die Hydraulik und die Maschinentechnik der Anlagen beherrschen, sondern auch die physikalischen, chemischen und biologischen Vorgänge der Abwasserreinigung kennen und steuern. Durch eine optimierte Betriebsführung der Abwasseranlagen können Störungen und Folgeschäden wie z.B. Fischsterben vermieden werden.

Besonders wichtig ist die Mess- und Analysentechnik. Hinzu kommen Wasser- und Abgaberecht, Unfallverhütung und vieles mehr. All dies ist von immer neuen Entwicklungen geprägt und muss dem Personal in aktueller Form vermittelt werden. 

Aber wie? Die Mittel sind begrenzt und das Personal ist mit dem Betrieb der Anlage voll ausgelastet. Eine Weiterbildung üblicher Art mit meist mehrtägiger zentraler Schulung ist deshalb in der Regel nicht möglich, weil das Betriebspersonal auf der Anlage fast unabkömmlich ist. Die Schulung in den Nachbarschaften auf den einzelnen Abwasseranlagen vermittelt dem Personal auf der eigenen oder einer benachbarten Kläranlage regelmäßige Unterrichtung und einen aktuellen Erfahrungsaustausch, so dass das Wissen auf dem neuesten Stand gehalten werden kann. Das bedeutet für die Betreiber, dass auch der Betrieb und der Wirkungsgrad ihrer Abwasseranlage in naher Zukunft wirtschaftlich und technisch optimiert werden könnte.

Home Nach oben
Senden Sie E-Mail mit Fragen oder Kommentaren zu dieser Website an: info@nb103hessen.de 
         Copyright © 2004   Kläranlagennachbarschaft 103 Hessen Schwalm-Eder-Kreis
Stand: 26. Januar 2016