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Schwimmschlammbekämpfung auf der Kläranlage Frielendorf (Teil 2)

 

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Schwimmschlammbekämpfung auf der Kläranlage Frielendorf 2005

Auf der KA - Frielendorf hatten wir im Frühjahr 2005 wieder vermehrt mit Schwimmschlamm auf der Nachklärung und mit Schaum auf dem Belebungsbecken zu tun.
Bei einer Nachbarschaftsfortbildung habe ich dann von dem „ZERBERUS – Projekt“ der TU - Kaiserslautern erfahren. Hierbei handelt es sich um ein Datenbank-gestütztes Projekt mit dem die Ursachen von Bläh- und Schwimmschlammproblemen auf kommunalen Kläranlagen aufgedeckt und spezielle Lösungsansätze herausgearbeitet werden sollen.


In Absprache mit der Unteren Wasserbehörde erteilte die Gemeinde Frielendorf der TU - Kaiserslautern den Auftrag, unseren Schlamm zu untersuchen. Ich füllte einen umfassenden Fragebogen für die Teilnahme am „ZERBERUS – Projekt“ aus,
damit die TU sich ein Bild über die bessungs- und Verfahrenstechnischen Randbedingungen der Kläranlage machen konnte.
Mit dem Fragebogen habe ich dann 3 Schlammproben zur Analyse weggeschickt.
Eine aus der Nachklärung mit Schwimmschlamm und zwei aus dem
Belebungsbecken (einmal den Schaum und zum anderen den normalen Belebtschlamm).
Nach einigen Wochen bekam die Gemeinde dann die Analyse der fadenförmigen Mikroorga-nismen mit Vorschlägen zur Bekämpfung des Problems
zugesandt.

Auszug aus dem Gutachten:
Im Belebtschlamm der Kläranlage Frielendorf finden sich die klassischen „Niedriglastbakterien“, wie dies aufgrund der Belastung und Auslegung der Anlage auf ein hohes Schlammalter und eine entsprechend niedrige Schlammbelastung zu erwarten ist. Die im Belebtschlamm vorgefundenen Häufigkeiten der Einzelorganismen mit max. 4 (Typen 0041/0675 sowie 1851: jeweils keine gravierende Bedeutung für das Absetzverhalten) sind hierbei nicht besorgniserregend.

Die Organismen der Gattung nocardiaforme Actinomyceten (Häufigkeit 3) weisen allerdings aufgrund ihrer Wachstumseigenschaften eine erhebliche Bedeutung für die Absetzeigenschaften des belebten Schlammes' und damit für die Schlamm-Wasser-Trennung in der Nachklärung auf. Nocardia findet sich auch im Schwimmschlamm als dominanter Organismus mit einer Häufigkeit von 5 und ist somit Hauptverursacher für das zeitweise vorliegende Schwimmschlammproblem. (Die vorgefundene Häufigkeit von Microthrix parvicella von 2 ist (noch) nicht relevant für die Absetzeigenschaften; aufgrund der Auslegung und des Betriebs der Anlage muss dieser Fadenbildner jedoch im Auge behalten werden. Auf vergleichbaren Anlagen führt Microthrix parvicella zu z.T. gravierenden Bläh- und Schwimmschlammproblemen.} Die Schwirnmschlammbekämpfung muss sich somit an der Bekämpfung der nocardiaformen Actinomyceten orientieren.

In der Kläranlage Frielendorf werden die fadenförmigen Organismen vermutlich durch folgende Faktoren selektiert:
 

bullet die Schlammbelastung BTs, die derzeit in einem sehr niedrigen Bereich von
0,023 kg BSB5/kg TS-d liegt;
bullet die Sauerstoffkonzentration in den aeroben Zonen der Anlage;
bullet die Abwassertemperatur von im Sommer > 15 "C;
bullet eventuelle Ammonium-Stoßbelastungen aus dem Bereich des Trübwassers.“
 

Wir haben dann die meisten Vorschläge der TU Kaiserslautern, soweit es uns mit vertretbarem Aufwand möglich ist, umgesetzt:

bullet Leichtes Anheben der Schlammbelastung durch vermehrten Überschussschlammabzug
bullet Einstellung des max. Sauerstoffgehaltes auf 1,5 bis 2 mg/l
bullet Vergleichmäßigung der Trübwasserzugabe
bullet Konsequente Entfernung des Schwimmschlamms von der Oberfläche und separate Abfuhr

Andere Maßnahmen, wie den Umbau der Schwimmschlammräumung oder den Einsatz von Chemikalien haben wir bisher aus Kostengründen noch nicht in Betracht gezogen.

Die Situation hat sich in der Zwischenzeit deutlich verbessert, wir laufen nun nicht mehr Gefahr, dass Belebtschlamm über den Ablauf der Nachklärung ausgetragen wird.

Fortsetzung folgt …

Verfasser:
Heinrich Wüst, Abwassermeister

 

 

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Stand: 14. März 2014